"Kirche beim Wort nehmen" – 500 Jahre Reformation

Veranstaltungen in Rottweil 2016/2017

Eine Broschüre mit der Gesamtübersicht kann  hier heruntergeladen werden.  [PDF|4,7 MB]

In Rottweil an die Reformation zu erinnern, die vor 500 Jahren als eine große Bewegung begonnen hat und mit dem Thesenanschlag von Martin Luther an der Schloßkirche in Wittenberg ihren Anfangsmythos am 31. Oktober 1517 gefunden hat, ist schon eine besondere Herausforderung.
Rottweil zählt zu den Städten der „gescheiterten Reformation“. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts konnte hier in Rottweil evangelische Gemeinde entstehen. Auch wenn die Anfänge der evangelischen Kirchengemeinde mühsam waren in einer katholisch geprägten Stadt, so sind wir doch inzwischen 200 Jahre später in einem ökumenischen Bewusstsein angekommen, evangelisch und katholisch gemeinsam Kirche in der Stadt Rottweil zu sein. Umso spannender, sich in verschiedener Weise bewusst zu werden, welche Auswirkungen die theologischen Grundsätze der Reformation auf Kirche und Gesellschaft hatten und haben – in Deutschland und weltweit.
Die ausschließliche Orientierung an Jesus Christus als dem Wort Gottes, die Gnade Gottes als Zentrum der Theologie, die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache – das sind Kennzeichen einer Reformation, die bis heute ihre Wirkung zeigt.
Die Evangelische Kirchengemeinde Rottweil lädt zu vielfältigen Veranstaltungen ein.
Wir freuen uns, dass verschiedene Kooperationspartner und spannende Referenten und Referentinnen die Auswirkungen der Reformation auf Kirche und Theologie, auf Literatur und Theater, auf Politik und Wirtschaft, auf Sprache und besonders auf Musik beleuchten.
Seien sie herzlich willkommen!


Donnerstag 22. Juni

Evang. Gemeindehaus Rottweil, Johanniterstr.30
19:30 Uhr
Literaturvorstellung zur Reformation
(in Kooperation mit der keb Rottweil)
An diesem Abend stellen 5 Personen ihr Lieblingsbuch zur Reformation bei Schmalzbrot und Reformationsbier vor. Da geht es um Kirchengeschichte, um eine Biografie, da werden die mystischen Wurzeln der Reformation näher beleuchtet u.v.a.m. Die Teilnehmenden können gerne ein eigenes „ Lieblingsbuch“  zur Reformation mitbringen.


Donnerstag 29. Juni 2017

Evangelisches Gemeindehaus, Johanniterstraße 30
19.30  Uhr   Vortrag Prof. Dr. Athina Lexutt
                    Professorin für Kirchen- und Theologiegeschichte, Gießen
                    Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Evangelische Theologie
                    Toleranz – Anstößiges und Anstöße der Reformation
Man kann ja vieles zusammendenken – aber Reformation und Toleranz? Flugblätter sprechen eine polemische Bildersprache, Juden und Türken werden als Feinde des Glaubens verfemt, Bauern mit ihren sozialen Forderungen blutig niedergeschlagen, Luther verketzert, Täufer vertrieben und hingerichtet, der Papst als Antichrist deklariert. Toleranz? Das scheint sich nicht mit dem Kampf um die Wahrheit zu vertragen.
Und doch gibt es sie. Man kann sogar sagen, die Reformation hat sie erfunden. Und sie gibt wichtige Anstöße, die uns auch in der Gegenwart helfen können, auf dem schmalen Grat zwischen Einheit und Vielfalt, zwischen Freiheit und Beliebigkeit, zwischen Bekenntnis und Toleranz zu wandeln.

9. Juli 2017

Predigerkirche
  9:30 Uhr Familiengottesdienst und Singspiel des Kinderchors
                
Leitung: Johannes Vöhringer
                 "Das Geld aus dem Kasten springt"
                  Reformation mit Kindern für Kinder (und Erwachsene)

                  Wie war das doch gleich mit dem Gewitter, dem Geld im Kasten,
                  den Hammerschlägen, Luthers Standfestigkeit, dem Tintenfass?
                  Eine musikalische Zeitreise
  
Weitere kirchenmusikalische Termine entnehmen Sie bitte dem Ökumenischen Jahresprogramm 2017 und der Broschüre „2. Rottweiler Orgelkonzerte“

Sonntag 9. Juli 2017

Treffpunkt: Predigerkirche
11 Uhr – 12.15 Uhr  Stadtführung mit Stadtarchivar Gerald Mager
 „Evangelische in Rottweil – eine historische Spurensuche“
Eine Kooperation mit dem Geschichts- und Altertumsverein
Rottweil gehörte bis 1802 zur Minderheit der katholisch verbliebenen Reichsstädte. Dabei gab es in der Reformationszeit bei Teilen der Bürgerschaft durchaus Bestrebungen, sich dem neuen Glauben zuzuwenden. Dies führte zu schweren innerstädtischen Konflikten, die 1529 mit der Vertreibung der Reformationsanhänger aus der Stadt endeten.
Die teils dramatischen Ereignisse sollen bei einem Stadtrundgang an den „Original-Schauplätzen“ in Erinnerung gebracht werden. In der Stadtpfarrkirche Heilig Kreuz etwa predigten beide Parteien in Ihrem Sinne von der Kanzel, auf dem Rathaus wurden vom Magistrat konfessionspolitsch die Weichen gestellt, und im Dominikanerkloster stellte man sich vehement gegen den neuen Glauben. Die Verbrennung von Reformationsschriften auf dem Straßenkreuz bildete einen traurigen Höhepunkt der Auseinandersetzung.

 

 

Donnerstag, 21. September 2017

Evang. Gemeindehaus Johanniterstr.30
19.30 Uhr Vortrag Dr. Winfried Hecht, Historiker
Reformation in Rottweil
Faktoren – Personen – Krisen - Perspektiven

Reformatorisches Gedankengut erreichte die Reichsstadt Rottweil um 1525. Allerdings nicht im Sinne von Martin Luther, sondern mit der Prägung des Schweizer Reformators Ulrich Zwingli. Anhänger und Gegner der Reformation waren zahlenmäßig etwa gleich stark, bis im Sommer 1529 die Gegensätze zwischen beiden Seiten gewalttätig ausgetragen wurden. Rottweils Reformierte mussten ihre Heimatstadt verlassen. „Endgültig“ entschied sich die Konfessionsfrage in Rottweil allerdings erst 1582, als der Rat der Reichsstadt feststellte, Rottweiler Bürger könne man nur als Katholik werden. Danach dauerte es bis zum Reformationsfest 1802, bis in der Rottweiler Kapuzinerkirche erstmals in aller Form evangelischer Gottesdienst gehalten werden konnte.

Reformationsfest - Dienstag 31. Oktober 2017

Predigerkirche
  9.30 Uhr Festgottesdienst
                „ Kirche beim Wort nehmen . 500 Jahre Reformation“

                  anschl.: Thesenanschlag: Kirche braucht immer Reformation

Herzliche Einladung auch zum anschließenden Gemeindefest !