Krippenspiel: "Dr Stern hot uns gführt"

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"Fürchtet euch nicht": Weihnachtspredigten

„Fürchtet euch nicht, denn euch ist heut der Heiland geboren“
Weihnachtspredigten in der evangelischen Kirchengemeinde
Im Mittelpunkt der diesjährigen Weihnachtsverkündigung in der evangelischen Kirchengemeinde und auch beim ökumenischen Gottesdienst in der Justizvollzugsanstalt stand die frohe Botschaft, dass gerade in bedrohlichen  und gefährlichen Zeiten und in einer rauen und niederdrückenden Wirklichkeit die Nähe des Friedens spürbar wird.
Im Krippenspiel, das von den Kinderchören unter Leitung von Kantor Johannes Vöhringer und von den Kinderkirch-Kindern in der vollbesetzten Kirche aufgeführt wurde, zeigte sich diese Nähe zum Alltag durch die Verwendung  des schwäbischen Dialekts und die Bedrückung der Menschen durch die politischen Verhältnisse, die durch die Begegnung mit dem Christuskind in den Hintergrund treten konnte. .
„Also hat Gott die Welt geliebt … „ Das war der Ausgangstext aus dem Johannesevangelium zur Christvesper in der Schlosskapelle Hohenstein, die musikalisch gestaltet wurde von einem versierten Blockflötenensemble der Gemeinde unter Leitung von Beate Vöhringer. Pfarrer Christian Honold beleuchtete von diesem Wort her das Fest der Liebe. Gerade an Weihnachten würden uns die Widersprüche zwischen Liebe und Wirklichkeit bewusst. Die Liebe Gottes bringe uns darum in eine Krise, in eine kritische Lage, in der wir uns und andere fragen, was eigentlich gerecht ist. Letztlich führe aber auch die Liebe Gottes dazu, dass wir uns kritisch mit unseren Taten auseinandersetzen. Honold schloss seine Predigt mit den Worten:  „In allen Krisen sind wir es, die von der Klarheit wissen, die um uns leuchtet. Und die Engel rufen uns zu:  Fürchtet euch nicht, vor nichts und niemandem.“
In der  Christmette um 22 Uhr umrahmten Elisabeth Vöhringer und Sara Hahn die Lesungen und die Liturgie mit Duos für 2 Violoncelli. Pfarrer  Honold legte die alttestamentliche Weissagung aus, wie Gott dem König David einen Nachfolger verheißt. Gott stelle dabei mit Ironie die großen Pläne des Königs in Frage.  Auch die Weihnachtsgeschichte gehe letztlich auf diese Zusage, aber auch auf diese Machtkritik zurück. Die uralten Worte blieben darum aktuell, weil sie uns den Blick schärften angesichts aller Mächtigen in der Welt und auch uns den Humor zu bewahren angesichts bedrohlicher menschlicher Macht.“ Bewahren wir uns im Glauben an Gott den Humor vor dem Gehabe der Mächtigen“ ermutigte Honold die Zuhörenden.
Pfarrerin Esther Kuhn-Luz zeigte in ihren Gottesdiensten an Heiligabend auf, dass die Aussage „Friede auf Erden“ von manchen  als total unwirklich dargestellt werde, weil die Wirklichkeit in ihrer aktuellen Lage angesichts von Terror und Kriegen vor allem  Angst und Schrecken verbreiten würde. Aber genau das mache den Engel Gottes aus, dass  er die oft berechtigte Furcht der Menschen wahrnehme  und dieser Furcht die Vision vom „Frieden auf Erden“ entgegensetze.  Diese Verheißung habe all die Jahrhunderte überlebt, und so sei auch diesem Jahr Weihnachten ein Erinnerungs-Ort, der uns deutlich mache, wo wir herkommen und was die Basis unseres Daseins ist. Die Welt könne nur verändert werden im Vertrauen auf diese Vision und mit der Bereitschaft, sich innerlich auf den Weg zu machen, um mitten in der Furcht und der Angst und dem Hass und dem Terror diese frohe Botschaft stark werden zu lassen: „ Fürchtet euch nicht“.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag war in der Predigerkirche ein „Sing-Phonisches Weihnachten“. Der Chor der Predigerkirche musizierte zusammen mit der Gemeinde und einem ad hoc Orchester die schönen, alten Weihnachtslieder, begleitet von der Zusage und dem Auftrag „ Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“