"Christ ist erstanden" - Oster-Predigten und Oster-Frühstück

Das Osterfest beginnt auch in der evangelischen Kirchengemeinde Rottweil  mit einem Osterfeuer. Zunehmend mehr Menschen trafen sich zur liturgischen Ostermorgenfeier, die am Sonntag um sechs Uhr in der Predigerkirche begann. Über hundert Besucher fanden sich ein. Lesungen, feierliche Gebete und Gesänge bestimmten die Atmosphäre. In diesem Gottesdienst taufte Pfarrer Honold auch drei Jugendliche, die demnächst konfirmiert werden: Katharina Gebhardt, Monia Singh und Tobias Ernhofer.
Nach dem Osterreigen im Kirchenschiff - einem einfachen Kreistanz zu einem Osterlied – gab es Kaffee und Kranzbrot im Eingangsbereich.  
Auf dem Friedhof feierte Pfarrerin Esther Kuhn-Luz um acht Uhr mit dem Posaunenchor und einer stattlichen Schar den Ostermorgen. „Auf dem Friedhof bei den Gräbern Auferstehung zu feiern, das ist schon ein ganz starker Ausdruck des christlichen Glaubens an die Auferstehung. Das Grab ist nicht der letzte Ort in dem Leben, das Gott uns schenkt.“ sagte die Predigerin. Sie akzentuierte die Osterbotschaft als Fest der Suchenden, die trotz Todeserfahrung mit Veränderungen in ihrem Leben rechnen. Der Tod habe nicht das letzte Wort. Bei der Osterandacht sangen katholische und evangelische Christen gemeinsam laut über die Gräber hinweg: „Christ ist erstanden – Halleluja!“
Gegen halb zehn füllte sich die Predigerkirche mit Kindern und Erwachsen zum Familien-gottesdienst. Die neue Pfarrerin Annegret Künstel lud die Gemeinde ins Kino ein: Anhand eines „Daumenkinos“ konnten die Kinder die Ostergeschichte nacherleben: ein kleines Bilderbuch ließ beim Durchblättern die biblische Geschichte lebendig werden. Das Kinderkirchteam und einige Jugendliche sprachen die Rollen der Frauen und der Engel am Grab und machten deutlich: Die Auferstehung Jesu verwandelt die Verzweiflung der Menschen in Hoffnung. Der Kinderchor mit Kantor Johannes Vöhringer und der Posaunenchor unter Leitung von Bastian Greschek sorgten für österlich festliche Klänge. Die Gemeinde sang das „Halleluja“ sogar um die Wette. Nach dem Gottesdienst blieben viele Besucher zum Osterfrühstück in der Kirche.       
Ein Ostergottesdienst mit Abendmahl beschloss am Ostermontag die Reihe der evangelischen Festgottesdienste. Pfarrerin Kuhn-Luz predigte über die Begegnung der Emmausjünger mit dem Auferstandenen. „Ostern ist eine Erfahrung, die uns ganz tief glücklich macht – und doch nicht festzuhalten ist“ stellte die Pfarrerin fest. Und sie schloss ihre Predigt: Die Auferstehungsfreude ist keine individuelle Freude, sondern eine Freude, die seit Jahrhunderten Menschen verändert und geprägt hat! Auch darin, mit dem Tod um zu gehen. Ein Mann hat kurz vor dem Sterben auf die Frage, wie es ihm geht, geantwortet:“ Ich höre das Halleluja! Mehr muss ich doch nicht sagen!“ Und seine Tochter sagte: „Ich habe in den letzten Wochen das Gefühl, dass er ins Leben geht und nicht ins Nichts…“

Text: Christian Honold