500 Jahre Reformation- Gottesdienst in der Predigerkirche

In einem festlichen Gottesdienst am Reformationstag in der voll besetzten Predigerkirche wurde daran erinnert, dass Martin Luther mit seinem Anschlag der 95 Thesen gegen den Ablasshandel an der Türe der Schlosskirche zu Wittenberg 1517 den Anstoß zur Erneuerung und Veränderung der Kirche gegeben hatte. Pfarrerin Gabriele Waldbaur und Pfarrer Christian Honold leiteten den Gottesdienst, der in der Form der „Deutschen Messe“ gefeiert wurde. Eines der Anliegen Luthers war es auch, dass die Messe nicht mehr in Latein, sondern in der Muttersprache gefeiert werden sollte. In ihrer Predigt zeigte Pfarrerin Waldbaur Bezüge zwischen den Anliegen der Reformation vor 500 Jahren und der Gegegenwart auf. Sie sagte, dass eine Refom der Kirche vielleicht auch anders geglückt wäre. Heute sähe sich Luther einer anderen katholischen Kirche gegenüber. Für Luther sei es damals eine wichtige Erkenntnis gewesen, dass Gott kein buchhalterischer Wächter über seine Gebote ist, sondern dass er will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Dadurch, dass Gott Mensch geworden ist, habe er Türen geöffnet. Es gehe für uns Menschen um eine Begegnung mit dem gnädigen Gott und diese dränge uns zum Bekenntnis in Wort und Tat. Lieder aus der evangelischen Tradition, wie „Ein feste Burg ist unser Gott“, und auch aus der Ökumene, wie Lieder aus Taizé, erklangen im Gesang Gemeinde. Der Chor der Predigerkirche unter der Leitung von Johannes Vöhringer, der Posaunenchor unter Bastian Greschek sowie Stefanie Rieger an der Orgel bereicherten durch ihre musikalische Gestaltung den Abendmahlsgottesdienst. Im Anschluss war die Gemeinde zum  Mittagessen an einer langen Tafel in der Predigerkirche eingeladen. Wie sehr in den letzten Jahren die Ökumene in Rottweil gewachsen ist, zeigte sich auch darin, dass einen große Anzahl von Christen aus der katholischen Nachbargemeinde der Einladung gefolgt war und diesen evangelischen Gottesdienst mitgefeiert hat.

Text und Fotos: Veronika Hageloch