Vorwort

An alle Interessierten
Mit dieser Konzeption möchten wir unsere Arbeit transparent machen und so den Eltern, neuen Kollegen und verschiedenen Institutionen einen Einblick in unsere Arbeit ermöglichen.

Die Konzeption ist ein Spiegelbild unserer erzieherischen Arbeit, die Ihnen veranschaulicht, wo unsere pädagogischen und methodischen Schwerpunkte liegen.

Der Orientierungsplan und die im Sommer 2007 hinzugekommene Krippengruppe stellten das gesamte Team vor die Herausforderung, ihr gemeinsames und gruppenübergreifendes Arbeiten neu zu überdenken und zu reflektieren.

Die Konzeption ist für uns kein fertiges Produkt, sondern ein Leitfaden in unserer Arbeit!!

 

 

Grußwort des Trägers

Liebe Eltern und Interessierte
des Kindergartens Charlottenhöhe,


es lässt sich kaum mutiger vom pädagogischen Anspruch auch und gerade eines Kindergarten reden, als es einst der Erfinder des Kindergartens, Friedrich Fröbel, tat. Der evangelische Pfarrerssohn erlebte eine ausgesprochen unschöne Kindheit, weil ihm alles, was freies Spiel und unverzweckte Kreativität bedeutete, von seinen strengen Eltern untersagt war. Zugleich sah er, wie liebevoll der Anbau der Heilpflanzen in seinem Heimatdorf betrieben wurde. Dieses Bild, des fürsorglichen Gärtners, der sich für die optimalen Wachstumsbedingungen einsetzt, wurde ihm zum Leitgedanken für die Einrichtung, die er später Kindergarten nannte.

Der grundsätzliche pädagogische Ansatz des Orientierungsplans für Bildung und Erziehung in den baden-württembergischen Kindergärten sowie die darin ausgewiesenen thematischen Bildungs- und Entwicklungsfelder entsprechen in vielem der ursprünglichen Absicht Fröbels, alle Arbeit mit und für Kindern eben von ihnen, von ihren Möglichkeiten und Begabungen, von ihren Bedürfnissen und Wünschen, von ihren Stärken her zu gestalten.

Mit der hier vorliegenden Konzeption für den Kindergarten Charlottenhöhe ist ein umfassender Einblick bezüglich der formalen und inhaltlichen Ausgestaltung des Orientierungsplans im Kindergartenleben gegeben. Dem Team der Charlottenhöhe sei dafür ganz herzlich gedankt. Die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen weisen auf die Ziele ihrer pädagogischen Arbeit hin und informieren über die konkrete Verwirklichung. Sie geben Auskunft über die Leitgedanken in den evangelischen Kindergärten Rottweil und über die Zusammenarbeit im Team. Und damit leisten sie insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Transparenz und zur unverzichtbaren Erziehungspartnerschaft mit Eltern.

Die evangelische Kirchengemeinde Rottweil freut sich, dass diese Konzeption in einem so konstruktiven Prozess des Miteinanders im Team, mit der Elternschaft und dem Träger entwickelt wurde und uns allen nun zur Information und Orientierung dienen kann.


Eva-Maria Krause                Marcus Keinath
KGR-Vorsitzende                Geschäftsführender Pfarrer


Rahmenbedingungen des Trägers

Träger der Einrichtung ist die Evangelische Kirchengemeinde Rottweil.

Die Krippe und der Kindergarten liegen in einem Wohngebiet, das vor 26 Jahren erschlossen wurde. Der zweigruppige Kindergarten wurde gemeinsam mit einem Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde 1992 eröffnet.

Zwei Jahre später wurde auf Grund der hohen Kinderzahl eine dritte Kindergartengruppe eröffnet. Seit 2004 sind die Kindergartenzahlen rückläufig. Die Räumlichkeiten der vormaligen dritten Gruppe wurden daher im Sommer 2007 für Krippenkinder bedarfsgerecht umgebaut. Im Sommer 2008 kam eine weitere Gruppe für Kinder unter 3 Jahren hinzu. Die Einrichtung wuchs somit auf 4 Gruppen an.

Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder sind offen für alle Familien. Dort hat sich ein gutes und bereicherndes Miteinander von Kindern und Erwachsenen unterschiedlicher Konfession, Religion und Kultur entwickelt. So leisten diese Einrichtungen einen Beitrag zur friedlichen Entwicklung, sozialen Stabilität und Integration  unserer Gesellschaft.

Der religionspädagogische Auftrag zeigt sich in der Vermittlung von biblischen Geschichten durch Lieder, Gebete, Spiele und bei der Feier kirchlicher Feste.

Die Kindergartenkinder erleben den Kindergarten nicht nur als ein für sich stehendes Gebäude, sondern als ein Haus der Familien. Kinder und Eltern benutzen die Gemeinderäume je nach Aktivitäten für gemeinsame Feste, Gottesdienste und andere Veranstaltungen.

Das Gemeindehaus wird mit der Tageseinrichtung als ein Haus der Gemeinde gesehen, in das verschiedene Gruppen wie Krabbelgruppe, Jugend- Konfirmandengruppen, Jugendchor, Posaunenchor etc. mit eingebunden sind.

 

 

 

Rahmenbedingungen der Krippe /des Kindergartens

Insgesamt besuchen 73 Kinder im Alter von 1,0 - 6,0  Jahren unsere Einrichtung.

 

 

 

Öffnungszeiten der Regelgruppen

Öffnungszeiten der VÖ Plus Gruppen

Fachkräfte

Die Kinder in der gelben und grünen Gruppe werden von 6 Erzieherinnen betreut.
In der roten und blauen Gruppe werden die Kinder von 4 Erzieherinnen sowie einer/m Praktikant/in im Anerkennungsjahr betreut.

Alle Erzieherinnen des Kindergartens haben die Ausbildung als staatlich anerkannte Erzieherin oder staatlich anerkannte Kinderpflegerin.
Die Leitung der Einrichtung besitzt eine Zusatzausbildung als Fachwirtin für Kindertagesstätte. Zwei Erzieherinnen verfügen über eine Zusatzausbildung in Eltern- Kind- Vorschulturnen sowie Entspannungspädagogik.
Alle Mitarbeiterinnen haben sich durch Fortbildungen mit dem Orientierungsplan weitergebildet. Zusätzlich nutzen die Mitarbeiterinnen  verschiedene Fortbildungen.
Die Reinigung der Einrichtung nehmen täglich zwei Raumpflegerinnen vor. Für Rasenmähen und Schneeräumen steht uns stundenweise ein Hausmeister zur Verfügung.

Kosten

Die Beiträge für Kindergarten werden mit der Stadt Rottweil und den beiden kirchlichen Trägern gemeinsam festgelegt.

 

 

Leitfaden der evangelischen Kindergärten Rottweil

Nach unserem christlichen Grundverständnis ist der Mensch eine Gabe Gottes. Jeder Mensch ist einzigartig, unverfügbar und wertvoll, so wie er ist, unabhängig davon, wo er herkommt, was er kann oder leistet.
Wir alle brauchen Beziehungen und Orientierungshilfen. Daraus ergibt sich der Auftrag der Kindergärten in der Evangelischen Kirchengemeinde. Gemeinsam mit den Familien fördern wir körperliche, emotionale, soziale und geistige Fähigkeit des Kindes.
Wir vermitteln christliche Grundwerte und achten andere weltanschauliche und religiöse Überzeugung.

Jeder einzelne Kindergarten entwickelt sein spezielles konzeptionelles Profil innerhalb dieses Leitbildes.
Unsere Kindergärten wissen sich gleichermaßen den Ansprüchen und Aufgaben von Bildung und Betreuung verpflichtet. Sie orientieren sich an den Zielen von Integration und Inklusion. Für die pädagogische Konzeption in unseren Kindergärten gilt der sog. Orientierungsplan als Grundlage.

Uns ist wichtig im Blick auf

…das Kind
dass wir uns an den Bedürfnissen des Kindes orientieren,
-    indem wir seine Fähigkeiten und seinen Entwicklungsstand berücksichtigen
-    indem wir seine persönliche Situation und sein Lebensumfeld einbeziehen
dass wir ihm Raum und Zeit geben
-    für die Erfahrung von Freiheit und Grenzen
-    für das Ausprobieren von Materialien und logischen Zusammenhängen
-    für Begegnung
dass wir ihm Halt und Ermutigung geben
-    zum sozialen Lernen
-    zur Selbständigkeit
-    zur Entscheidungsfähigkeit
dass wir das ganzheitliche Lernen mit allen Sinnen fördern
-    durch Beachtung und Einbeziehung der Stärken und Interessen des Kindes
-    durch Musik, Bewegung, Gestalten, Natur- und Umwelterleben, Sachinformation u.a.
-    durch eine gestaltete Umgebung mit vielfältiger Lernerfahrungsmöglichkeit.

…die Eltern und Familien
dass wir gemeinsam mit ihnen Sorge tragen für das Wohl der Kinder.
Wir verstehen unsere Arbeit als familienbegleitendes und ergänzendes Angebot.
Den Eltern stehen wir in ihrer Erziehungsverantwortung partnerschaftlich zur Seite.
Wir ermöglichen eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Familien
-    indem wir offen sind für Fragen und Erwartungen
-    indem wir themenorientierte Elternabende anbieten
-    durch Elterngespräche
Wir schaffen Begegnung von unterschiedlichen Nationen und Generationen, Konfessionen und Religionen.

…das Team
dass wir mit qualifiziertem Personal im Rahmen der jeweiligen Kindergartenkonzeption an der gemeinsamen Umsetzung unsere Ziele nachhaltig arbeiten.

Dazu gehört, dass wir möglichst mit unbefristet angestellten pädagogischen Fachkräften arbeiten wollen. Regelmäßige Dienstbesprechungen zur Planung und zum fachlichen Austausch sind alle pädagogischen Mitarbeiterinnen verpflichtend.

Alle Mitarbeiterinnen nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten sich, die Grundsätze und Ziele der Einrichtung zu vertreten.

Es ist unerlässlich, dass der Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmt ist durch
-    gegenseitige Achtung und Verstehen
-    Offenheit und Ehrlichkeit
-    Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft

…die Kirchengemeinde
dass unsere Kindergärten in das Leben der Kirchengemeinde integriert sind
-    durch Gestaltung von Gottesdiensten
-    durch Beteiligung bei Gemeindeveranstaltungen
-    durch die Beratung und Begleitung durch den Kindergartenausschuss des Kirchengemeinderats sowie durch den für die Kindergartenarbeit zuständigen Pfarrer
-    durch Unterstützung der religionspädagogischen Arbeit durch die Pfarrerinnen und Pfarrer.

…andere Institutionen
dass wir im Sinne einer umfassenden Begleitung und Unterstützung der Kinder und ihrer Familien kooperieren mit
-    anderen Kindergärten
-    Schulen
-    der kommune
-    Sozialen Einrichtungen
-    Sowie Beratungsstellen, insbesondere dem diakonischen Grunddienst.

…finanzielle Mittel und Wirtschaftlichkeit
dass die einzelnen Kindergärten mit den im Rahmen des „Plan für die kirchliche Arbeit“ vorgegebenen Mittel in Abstimmung mit dem Kindergartenausschuss und der Kirchenpflege weitgehend eigenverantwortlich wirtschaften.
Ein besonderes Augenmerk werfen wir auf den verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung entsprechend den Kriterien des kirchlichen Umweltmanagements „Grüner Gockel“.
Dabei kommt den Kindergärten gleichermaßen eine pädagogische Aufgabe wie eine Vorbildfunktion zu.

 

 

 

 

 

Teamarbeit

Die Teamarbeit ist das Grundgerüst unserer Arbeit

Im Kollegenkreis setzen wir uns regelmäßig zusammen – denn die Arbeit im Team ist für uns von zentraler Bedeutung.
Einmal in der Woche findet eine gemeinsame Teamsitzung statt.

In unseren Teamsitzungen werden
•    die Ziele und Schwerpunkte unserer Arbeit diskutiert und formuliert
•    Kompromisse geschlossen
•    allgemeine (auf die Arbeit bezogene) und gruppeninterne Anliegen ausgetauscht
•    Erfahrungen/Beobachtungen mit einzelnen Kindern angesprochen, gemeinsam diskutiert und Lösungswege erarbeitet
•    die Teilzeitkräfte über die Geschehnisse der Tage informiert, an denen sie nicht arbeiten

Des weiteren
•    planen wir Feste und Feiern, Projekte, Gottesdienste, Themen, Exkursionen,…
•    ist es uns wichtig, dass sich jeder mit seinen Stärken und Schwächen einbringt und akzeptiert wird
•    ist bei uns jede Mitarbeiterin (auch Praktikanten/Innen) gleichwertig
•    setzen wir die verschiedenen Fähigkeiten der einzelnen Frühpädagoginnen ein
•    findet der regelmäßige Austausch mit dem Träger statt
•    werden Fortbildungen und Zusatzausbildungen besprochen


 

 

 

Ziele unserer pädagogischen Arbeit

Einführung
Eigenverantwortlichkeit, Gemeinschaftsfähigkeit und vorurteilsfreies Miteinander stellen die wichtigsten Grundbedürfnisse und Entwicklungsaufgaben des Menschen dar und sind daher elementare Ziele unserer Arbeit.

Eigenverantwortlich zu leben und zu handeln bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein. Gefühle ausdrücken, Mitgefühl zeigen, denken, urteilen, Meinungen äußern und Aufgaben übernehmen gibt den Kindern die Möglichkeit, sich selbst bewusst zu erleben.


Gemeinschaftsfähig zu werden bedeutet, sich zugehörig zu fühlen, das soziale Miteinander zu leben, Verantwortung zu übernehmen, Freundschaften zu schließen, Entscheidungen gemeinsam in der Gruppe zu fällen und andere zu respektieren.

Weitere Schwerpunkte in unserer pädagogischen Arbeit sind die ganzheitliche Bewegung und die Sprachförderung.

Die sechs Entwicklungsfelder

Die frühe Kindheit ist eine lernintensive Zeit.
Lernen heißt hier Erfahrungen beim Spielen zu machen.
Wir als Frühpädagoginnen verstehen uns als Begleiterin und Unterstützerin der verschiedenen Entwicklungsbereiche der Kinder.
Unsere Aufgaben beinhalten neben Erziehung und Betreuung auch den Bildungsauftrag, der im Orientierungsplan festgelegt ist.

Diese sechs Bereiche sind verantwortlich für die Persönlichkeitsentwicklung  und Sozialisation eines Kindes

- Körper

In den ersten sechs bis acht Lebensjahren eines Kindes werden wichtige Grundlagen gelegt für ein positives Körpergefühl, Gesundheitsbewusstsein, richtige Ernährung und viel Bewegung.

Das Kind erfährt seine Umwelt aktiv mit allen Sinnen und vor allem in Bewegung.

Durch Bewegung des Körpers bilden sich immer mehr Nervenverbindungen im Gehirn, ähnlich wie die Äste eines Baumes. Je mehr Nervenverbindungen ein Kind hat, desto besser ist sein Lernvermögen. Körperliches Wohlbefinden, Bewegung, Gesundheit und gesunde Ernährung gehören eng zusammen und fördern die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit.

Unser Kindergarten bietet den Kindern:
•    einen großen Garten mit verschiedenen Spielmöglichkeiten an
•    einen Saal für Bewegungsspiele
•    Spielplätze in der näheren Umgebung
•    das Charlottenwäldle und reichlich Spazierwege 

Diese Möglichkeiten werden bei uns täglich genutzt. Die Kinder bewegen sich in sämtlichen Räumlichkeiten des Kindergartens.
Durch gezielte Aktivitäten im Tagesablauf und die unterschiedliche Gestaltung der Räumlichkeiten erleben die Kinder verschiedene Bewegungsmöglichkeiten.
In unserer Einrichtung achten wir sehr auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Das Vesper wird gemeinsam an Tischgruppen eingenommen, das mit einem Gebet oder einem Lied beginnt.

Regelmäßig werden Küchenaktivitäten und Freundevesper angeboten.
Eine gesunde Ernährung, verbunden mit viel Bewegung, ist für die gesamte körperliche, soziale und kognitive Verfassung von größter Wichtigkeit.

Ziele
•    Kinder kennen ihren Körper und seine Fähigkeiten.
•    Kinder halten ihren Körper (und Geist) gesund.
•    Die konditionellen und koordinativen Fertigkeiten sind ausgebaut.
•    Die grob- und feinmotorischen Fähigkeiten sind verfeinert und erweitert.
•    Der Körper dient als Darstellungs- und Ausdrucksmittel für Kunst, Musik, Tanz und Theater.

- Sinne

Mit allen Sinnen entdeckt und erforscht das Kind seine Umwelt.
Diese vielfältigen Sinneserfahrungen geschehen durch Sehen, Beobachten, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken.
Überall ist etwas los und alles muss im ursprünglichen Sinne begriffen werden.

Dazu brauchen Kinder vielfältige Gelegenheiten:
•    zu sinnlich wahrnehmbaren Welterfahrungen (Alltagserlebnisse),
•    Zeit und Raum zum Erforschen,
•    zum Experimentieren,
•    zum Ausprobieren und Erleben innerhalb unterschiedlicher Erfahrungsfelder von Alltag, Kunst, Musik, Medien, Kultur und Natur.

In unserer Einrichtung gestalten die Kinder mit verschiedenen Materialien wie z. B. Wasserfarben, Fingerfarben, Ton, Kleister, kostenfreien, gespendeten Materialien.

Mit Geschichten, Bildern, Musik, Singen, Tanz, Bewegung, Theater und bildnerischem Gestalten sorgen wir für ein optisches, hörbares und klangliches Wahrnehmen der Umwelt des Kindes.

Ziele
•    Sämtliche Sinne sind geschärft und weiterentwickelt
•    Die Kinder kennen die Bedeutung ihrer Sinne und deren Leistungen
•    Nutzung aller Sinne
•    Die Kinder können sich mit allen Sinnen ausdrücken, orientieren und gestalten
•    Die Kinder sind achtsam

- Sprache

Kinder lernen die Sprache nicht von selbst und können sie nicht selber ausbauen. Dennoch erscheint uns das Sprechen lernen als ein Kinderspiel. Jedes Kind ist genetisch auf Sprache und ihr Erlernen angelegt. Deshalb wird als Ergänzung zum Elternhaus in unserer Einrichtung eine sprachanregende Umgebung angeboten. Wir legen sehr viel Wert auf die Kommunikation mit jedem einzelnen Kind.

Sprache und Emotionen sind untrennbar miteinander verbunden. Wir sind Vorbilder, die die Sprache schon beherrschen. Die Sprache ist ein wichtiges Werkzeug für Lernprozesse. Gibt es Defizite, wirken sie sich hemmend auf die meisten anderen Lernprozesse aus.

Zu unserem täglichen Kindergartenalltag gehören:
•    Fingerspiele
•    Lieder
•    Reime
•    Geschichten
•    Bilderbücher
•    Erzählrunden
•    Kinderkonferenzen
•    Rollenspiele und  Kreisspiele
Mit Musik und Bewegung wird die Sprache weiter ausgebaut.

Die Sprachfreude bei den Kindern zu wecken, ihren Wortschatz zu erweitern, bei Sprachschwierigkeiten zu helfen, ist ein elementares Anliegen unserer Konzeption.

Ziele
•    Sich verbal ausdrücken
•    Sprache wird benützt, um mit anderen in Kontakt zu kommen
•    Kinder mit einer anderen Herkunftssprache lernen Deutsch sprechen
•    Durch Sprache eigene Ziele erreichen

- Denken

Jede Sprachentwicklung bedeutet weitere Entwicklung des Denkens. Dazu gehören auch die Warum-Fragen und ihre Antworten. In dieser Phase kann sich das Kind Ereignisse erklären, vorhersagen und steuern.

Kinder denken in Bildern. Dazu braucht das Kind eine anregende und motivierende Umgebung. Wir bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten, ihre Gedanken und Ideen auszuleben und umzusetzen. Z.B. durch:

•    Kinderkonferenzen,
•    Teilnahme an Festen und Feiern,
•    Planung an eigenen Projekten,
•    Experimentieren,
•    künstlerische Gestaltung,
•    Naturerlebnisse,
•    Musikprojekt.

Das Denken spiegelt sich in allen Bereichen wieder, ein ganzheitliches Denken findet also statt. Ob beim Experimentieren, beim Gestalten, beim Konstruieren in der Bauecke, alles wird in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen als Ganzes betrachtet und sinnlich erfahrbar gemacht.

Die Kinder erleben durch ihr selbständiges Tun, dass es lohnt, sich aktiv einzubringen, ihre Erfahrungen zu machen und anschließend ihre eigene Meinung äußern.

Ziele

•    Kinder beobachten ihr Umfeld genau und stellen ihre eigenen Vermutungen auf
      und erforschen diese
•    Kinder machen eigene Erfahrungen
•    Kinder erkennen Muster, Regeln und Symbole
•    Kinder kennen Mengenvorstellungen und Ziffern
•    Kinder haben Freude am Mitdenken und Reflektieren
•    Kinder erweitern ihr Wissen durch Warum-Fragen

- Gefühl und Mitgefühl

Das ganze Leben wird beeinflusst von Gefühlen. Dies gehört zu einem Menschen dazu, und jeder muss sich mit ihnen auseinandersetzen. Der Umgang damit will gelernt sein.

Die drei folgenden Fähigkeiten stellen die Basis der emotionalen Intelligenz dar. Das sind Voraussetzungen für Erfolg und Zufriedenheit im Leben.

•    Reflektion, d.h. die Kinder kennen ihre Gefühle im Alltag durch verschiedene Situationen wie z.B. Konflikte, Rollenspiele, Enttäuschungen und Freude.
•    Angemessener Umgang mit den eigenen Emotionen z. B. Freude, Wut, Trauer.
•    Mitgefühl mit Mensch, Tier und Umwelt.

Wir vermitteln den Kindern das Gefühl, dass sie all ihre positiven und negativen Gefühle uns und der Gruppe mitteilen dürfen. Wir Frühpädagoginnen sind unserer Vorbildfunktion bewusst. Wir ermöglichen den Kindern eine offene und ehrliche Atmosphäre und bringen ihnen Vertrauen und Wertschätzung entgegen.

Ziele
•    Die Kinder haben ein gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.
•    Die Kinder respektieren sich und andere Kinder.
•    Bewusstsein der eigenen Emotionen.
•    Umgang der eigenen Emotionen.
•    Kinder sind sich der eigenen Emotionen bewusst – gehen mit Emotionen bewusst um.

- Sinn, Werte und Religion

Die Begriffe Sinn, Werte und Religion haben ihren festen Platz bei uns im Kindergarten. Kinder begegnen der Welt offen.

Voraussetzung hierfür ist dass Kinder:
•    ernst genommen werden
•    den Umgang mit Freiheit und Grenzen erfahren
•    eine verlässliche Autorität finden, die selbst für Sinn und Wertorientierung steht

Kinder erleben die christlichen Traditionen durch:
•    Feste im Jahreskreislauf und im täglichen Miteinander
•    biblische Geschichten
•    das Singen und Musizieren christlicher Lieder
•    verständnisvolles und liebevolles Miteinander
•    das Beten vor dem Essen

Ziele
•    Das Kind hat Vertrauen in das Leben.
•    Das Kind weiß, dass vieles bei uns vom Christentum geprägt ist (Feiertage, Symbole)
      und versteht es.
•    Das Kind kennt Antworten auf seine Fragen nach dem Leben, nach Gott und die Welt.
•    Das Kind kennt unterschiedliche religiöse Orientierungen, unterschiedliche Einstellungen
      und Werthaltungen von Menschen in seinem Umfeld und es spricht darüber.
•    Das Kind kennt seine religiösen und weltanschaulichen Wurzeln und Familientraditionen
      und bringt sich mit anderen in die Gestaltung seiner Umwelt ein.
•    Das Kind fühlt sich im Kindergarten wohl. Es darf sagen und tun, was es will
      – nach Regeln, die für alle gelten.

Umsetzung in den Räumlichkeiten

Kindergarten

•    Ruheraum
•    Gruppenräume
•    Nebenraum    
•    Küche
•    Foyer
•    Waschraum        

 

Bauwagen
Garten
Sandkasten
Gemeindesaal

 

 

Krippe

•    Ruheraum
•    Waschraum
•    Küche
•    Gruppenräume
•    Wickelraum

Tagesablauf

in den Regelgruppen:

in den VÖ Plus-Gruppen

 

 

Inklusion

In unserer evangelischen Einrichtung und unserem christlichen Menschenbild ist die Notwendigkeit von Inklusion (Worterklärung unter Punkt 10) selbstverständlich. Diese zielt auf eine Gesellschaft, in der Kinder, Eltern, Erzieher und alle Mitmenschen, die in irgendeiner Weise mit unserer Einrichtung zu tun haben, in ihrer Verschiedenheit auf der Grundlage gleicher Rechte miteinander leben.


Wir setzen auf vorurteilsfreie Bildungs- und Erziehungsangebote. Diese orientieren sich an unserem Leitbild und am Orientierungsplan des Landes Baden-Württemberg. Wir ermöglichen mit Inklusionsarbeit auf die unterschiedlichen Bedarfslagen der Kinder, deren Familien und deren Umfeld einzugehen und damit eine Chancengleichheit.

In unseren Bildungsangeboten gehen wir auf die unterschiedlichen körperlichen, emotionalen, sozialen und geistigen Fähigkeiten der Kinder ein. Die Ausstattung unserer Einrichtung bietet den Kindern den Räumlichkeiten entsprechend die bestmöglichen Bildungsvoraussetzungen.

Für unser Team heißt Inklusion auch, dass wir uns immer wieder mit neuen Anforderungen, Situationen und Gegebenheiten auseinandersetzen. Für uns ist Inklusion nicht nur ein Wort, sondern ein tägliches Miteinander zwischen Einrichtung, Kindern und deren Familien. Dazu pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, die uns regelmäßig besuchen.

Mit unserer Auffassung von Inklusion wollen wir den Kindern ermöglichen, ihre Lebenssituation selbstständig zu bewältigen. Wir beziehen den Begriff Inklusion nicht nur auf das Leben und Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung, sondern auch auf das tägliche Miteinander in den Familien, in der Umgebung und selbstverständlich in unserem Team.
Für uns gilt unsere Einstellung ständig zu reflektieren und zu überdenken. Die Inklusion ist nicht nur ein Begriff, sondern tägliche Arbeit mit den Kindern, deren Familien und nicht zuletzt an uns selbst.

Begriffsklärung "Inklusion"

Beobachtung und Dokumentation

Voraussetzungen für ein Elterngespräch zwischen Elternhaus und  Kindergarten sind die Beobachtungen. Diese  finden in Alltagssituationen oder in gezielten Aktionen statt.

Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit auf
 •    einzelne Kinder,
•    Kindergruppen,
•    die eigene Beteiligung der Frühpädagoginnen oder anderer Erwachsener,
•    die Rahmenbedingungen, in die das beobachtete Geschehen eingebettet ist,
•    Beziehungen der Kinder untereinander,
•    Beziehungen der Kinder zu ihren Tätigkeiten und den damit verbundenen Materialien,
•    Beziehungen von Kindern zu Erwachsenen.

Wahrnehmendes, entdeckendes Beobachten unterstellt, dass das kindliche Tun als sinnvoll verstanden wird.

Die Ergebnisse der Beobachtungen werden dokumentiert .Es dient dazu den Bildungsprozess festzuhalten.
Diese Ergebnisse sind das wichtigste Material für die Dokumentation und sind Grundlage für Elterngespräche.
Parallel dazu werden die positiven Entwicklungsschritte in einem Portfolio festgehalten.
Ziel der Portfolioarbeit ist es, die Lernschritte und die Lernerfolge sichtbar zu machen.

Kinder beobachten heißt, ihnen mit Aufmerksamkeit begegnen.

Sie als Eltern und Erziehungspartner werden aufgefordert, ihr Kind in seiner vertrauten Umwelt bewusst zu erleben und die Erkenntnisse bei einem Elterngespräch mit einfließen zu lassen.

Projektarbeit

Projektarbeit ist eine methodische Umsetzung des Situationsansatzes.
Situationsansatz heißt: vom Kind ausgehende Situation, etwa das Betrachten eines Bilderbuchs, ein Besuch bei einer öffentlichen Einrichtung, eine Geburt, ein Ereignis in seiner Umwelt. Wenn das Kind noch mehr über die gerade erlebte Situation erfahren möchte, bietet sich eine Projektarbeit in einer Gruppe an.
Ein Projekt ist eine längerfristige Aktion, die in der Gruppe bearbeitet wird.  An Planung und Verlauf sind die Kinder unmittelbar beteiligt. Parallel zu unserem Jahreskreislauf findet ein größeres Projekt statt, das uns über das ganze Jahr begleitet. Z. B. Kunstprojekt
Desweiteren finden wöchentlich mit den 4-5 jährigen Kindern kleinere Projekte statt.

Ziele der Projektarbeit
•    Sozialverhalten in der Gruppe
•    Selbstdenken und Schlussfolgern von verschiedenen Situationen
•    Wissenserweiterung
•    Respektieren anderer Meinungen
•    eigene Meinungsbildung
•    Verantwortung tragen
•    Repräsentieren können
•    Selbstständigkeit

Durch tägliche Morgenkreise, in denen Kinder sich verbal äußern, oder durch regelmäßig stattfindende Kinderkonferenzen ergeben sich oft Themen, die den Kindern sehr wichtig sind. Diese stellen eine Grundlage für ein neues Projekt dar.
Für uns Frühpädagoginnen ist dies eine spannende Arbeit. Wir bekommen Gelegenheit, die Kinder in einer anderen, intensiven Situation kennen zu lernen, und können die Kinder jeweils individuell fördern.

Musikprojekt

Seit 2008 ist unser Musikprojekt ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Das Musikprojekt findet ganzjährig statt und wir werden in einem größeren Zeitraum von unserem Kantor/Organist und einer Erzieherin unterstützt.

Von der Vorschule in die Grundschule

Um den Übergang von der Vorschule in die Grundschulen zu erleichtern, kooperieren wir mit den zuständigen Schulen.
Dabei werden die Kinder im letzten Kindergartenjahr von zwei KooperationslehrerInnen begleitet.
Die Vorbereitung auf die Schule wird unterstützt durch:
•    Wöchentliches Treffen der Vorschüler mit verschiedenen Aktivitäten
•    Zahlenprojekt
•    Verschiedene Exkursionen
•    Schulbesuche
•    Und die regelmäßigen Besuche der KooperationslehrerInnen in unserer Einrichtung.

 

 

Informationen an die Eltern

Für den Aufbau einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Kindergarten ist der regelmäßige Austausch von Informationen von größter Wichtigkeit.
Dies ist eine Voraussetzung, dafür dass Ihr Kind und auch Sie als Eltern sich in unserer Einrichtung wohl fühlen. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen ist durch verschiedene Kontakte möglich.

Schon mit dem Aufnahmegespräch wird der erste Kontakt hergestellt. In den Gruppen für unter 3 jährige ist die Eingewöhnungsphase eine intensive Zeit, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Von ihnen bekommen wir einen Einblick in die jeweilige Familiensituation.

Um auch Ihnen unsere Situation und unsere Arbeit transparent zu machen, können Sie folgende Möglichkeiten nützen:

•    es gibt die sogenannten Tür- und Angelgespräche
•    einmal im Jahr gibt es die Entwicklungsgespräche oder nach Bedarf
•    Elterngespräche nach Vereinbarung
•    es gibt die klassischen Elternabende mit Elternbeiratswahlen
•    Themenelternnachmittage oder Abende mit einem Referenten
•    Informationsnachmittage für bestimmte anliegende Themen oder für neue Eltern
•    Elternbriefe
•    unsere Informationswände
•    aushängende Rahmenpläne
•    Bastel- und Werkabende
•    Buchausstellung
•    gemeinsame Feste und Feiern
•    Hospitieren in den jeweiligen Gruppen

Mit Ihnen immer im Gespräch zu bleiben ist unser wichtigstes Anliegen.
Damit wir nicht nebeneinander, sondern miteinander für Ihr Kind da sein können!

 

 

Quellenverzeichnis

•    Orientierungsplan für Bildung und Erziehung
      für die baden-württembergischen Kindergärten
      – Pilotphase Cornelsen Verlag

•    Fortbildungen zum Orientierungsplan

Bei Fragen zu dieser Konzeption stehen Ihnen gerne die Erzieherin des Kindergartens und der Kinderkrippe zur Verfügung.