Monteverdi und Verdi auf der Chorreise
In der Woche nach Ostern reiste der Chor der Predigerkirche nach Norditalien in die Städte Cremona, Mantua und Venedig, um sich auf die Spuren des großen Komponisten Claudio Monteverdi zu begeben. Die Fahrt wurde schon von langer Hand im Rahmen der Aufführung der „Marienvesper“ in der Predigerkirche im vergangenen Jahr geplant.
Unter der bewährten Reiseleitung von Anette und Stefan Schuler  wurde nach einer kurzen Besichtigung der Martinskirche in Zillis am Abend das erste Ziel Cremona erreicht. Hier wurde Monteverdi vor fast 450 Jahren geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Dom.
Es war Ehrensache für den Chor und dessen Leiter Johannes Vöhringer, eine Motette aus Monteverdis „Marienvesper“ im Dom von Cremona anzustimmen. Einen kleinen Zwischenstopp machten die Chorsänger bei der Villa Sant'Agata. In wunderschöner landschaftlicher Lage hat hier Guiseppe Verdi, der beliebte italienische Opernkomponisten, gewohnt. Das Landhaus ist noch im Originalzustand erhalten und man kann die Wohn- und Schlafräume des großen Meisters besichtigen.
Über die Stadt Brescello, in welcher vier Filme von Don Camillo und Peppone gedreht worden sind, ging es nach Mantua. Monteverdi wirkte hier 22 Jahre lang im Palazzo Ducale am Hof des Herzogs Vincenzo I. Gonzaga. Hier schrieb er seine Madrigale und Opern und hier komponierte er 1610 sein bekanntestes geistliches Werk, die „Marienvesper“.
Eine Besichtigung des historischen Stadtzentrums schloss sich an.
Weiter ging es nach Venedig, wo Monteverdi im Jahre 1613 die Stelle seines Lebens bekommen hat. Man ernannte ihn zum Kapellmeister vom Dom San Marco in Venedig, eines der bedeutendsten musikalischen Ämter der damaligen Zeit. Am Markus-Dom wirkte Monteverdi bis zu seinem Tod 1643. Der bewegendste Moment für die Chorsänger war, als man in der Franziskanerkirche Santa Maria Gloriosa dei Frari zur Freude der Kirchenbesucher im Chorgestühl aus der „Marienvesper“ sang.  Hier in der Frarikirche, wie sie im Volksmund heißt, fand Monteverdi seine letzte Ruhestätte. Eine schlichte Grabplatte, stets mit frischen Blumen versehen, erinnert an einen der größten Komponisten und Musiker. Auch sonst tauchte der Chor der Predigerkirche ein in die Kunstschätze der Lagunenstadt und nach einer erfüllten Woche voller italienischer Lebensfreude traten die 50 Sänger beseelt von den einzigartigen Erlebnissen die Heimreise nach Rottweil an.